Folge #11 – Mr. Lu und seine Lektionen an uns alle

Heute wurde mir ganz unverhofft eine große Ehre zuteil. Ich habe Mr. Lu, den Maler kennengelernt. Kein Maler wie aus meinem letzten Blogartikel, der mit stinkenden Chemikalien hantieren muss, sondern ein Künstler!

Samstags gibt er regelmäßig Malkurse. Naja, war für mich bisher nicht wirklich interessant, da ich mit Farb- und Pinselstrich nicht übermäßig talentiert bin, zumindest geben meine Glaubenssätze mir das zur Zeit vor. Heute habe ich mich (zum Glück!) von meiner Kollegin überreden lassen, zum Malkurs mitzukommen.

Die erste Lektion habe ich für mich selbst gelernt:

Lasst uns weniger werten! Kunst ist frei. Es gibt kein „gut“ oder „schlecht“. Es kommt auf die individuelle, subjektive Wahrnehmung an. Damit zu meinem Gemälde. Ein Picasso ist es auf gar keinen Fall, aber das liegt wohl in erster Linie daran, dass mein Name nicht Picasso lautet. Und auch mein Glaubenssatz „Du kannst nicht gut malen!“ stimmt so gar nicht. Ich werde mein Bild auf jeden Fall an die Wand hängen und damit meine innere Limitierung pulverisieren 🙂 Was ich allgemein damit sagen will: Hinterfrage dich selbst von Zeit zu Zeit. Jeder hat Stärken und Schwächen, klar. Aber: Viel davon basiert einzig auf Einbildung. Ich habe als Kind liebend gern gemalt, so gut wie jeden Nachmittag nach der Schule damit verbracht. Bis mir, als ich etwa zwölf Jahre alt war, ein damaliger Freund gesagt hat dass er von meinem Gekritzel Augenkrebs bekäme. Bamm, das hat gesessen – gemalt habe ich seit dem nicht mehr. Hast du auch solche Dinge erlebt? Ich denke, die Chance ist recht hoch. Gib dir einen Ruck, hör auf diese zweifelsohne schmerzhaften Erinnerungen zu unterdrücken, sondern lass sie auf dich wirken. Beginne, die Gründe für deine Selbstlimitierung zu begreifen. Und probier´s mal wieder aus, was du dir dein Leben lang schlecht geredet hast!

Die zweite Lektion habe ich vom ehrenwerten Mr. Lu gelernt:

Besitztümer sind Ballast! Mr. Lu ist Künstler, er lebt davon, einen freien, unbeschwerten Geist zu haben. Seine spartanisch eingerichtete Wohnung hilft ihm dabei. Drei Räume hat er: Sein Atelier, in dem nichts weiter als seine Staffelei und ein Regal mit einer Sammlung seiner Werke steht; sein Schlafzimmer, dort befindet sich sein Computer und ein „Bett“, eine Matratze in der Ecke des Raumes.  Zu guter Letzt der größte Raum, sein Schulungsraum, der gleichzeitig als Esszimmer dient und auch eine kleine Küche beinhaltet. Einen Fernseher besitzt er (bewusst!) nicht. Allgemein habe ich den Eindruck, dass die spärliche Einrichtung nicht etwa Geldnot, sondern überzeugten Minimalismus als Ursache hat. So schafft er es, nicht permanent abgelenkt zu werden und sich auf das Wesentliche, seine Kunst, zu konzentrieren!

Die dritte Lektion, ebenfalls von Mr. Lu:

Wähle deine Freunde weise! Seine Aussage (sinngemäß): Nichts schadet deinem Wohlbefinden mehr, als falsche Freunde. Sie sind so etwas wie deine Familie. Trenne dich von Leuten, die dir schaden oder nur deine Energie saugen. Umgib dich mit denen, die dir ähnlich sind und dich unterstützen.

Ich habe viel gelernt an diesem Abend. Als Andenken gab er mir eines seiner Gemälde als Geschenk. Ich durfte mir sogar aussuchen welches ich möchte. Selten habe ich eine so beeindruckende Person getroffen!

Nochmal die 3 Lektionen:

  1. Lasst uns weniger werten!
  2. Besitztümer sind Ballast!
  3. Wähle deine Freunde weise!

Zaijian und bis zum nächsten Mal!

~Markus

 

2 Antworten auf „Folge #11 – Mr. Lu und seine Lektionen an uns alle“

  1. Ja diese Thesen sind wirklich weise und stimmen.Man sollte mehr auf seine innere Stimme hören .Ansonsten wird man ohnmächtig bei schwierigen Situationen.

  2. Hallo Markus,

    ich fand deine Folge heute richtig gut.
    In allen Punkten stimme ich Mr. Lu zu. Obwohl sein Lebensstil wahrscheinlich nichts für mich wäre.
    Ich hoffe du findest für dich selbst noch ein paar unterdrückte Fähigkeiten wieder.
    Viele Grüße
    Nadine

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